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Artenschutz / Pfleglinge bei der Rennsteigfalknerei

Adler im Flug

Erste Hilfe für verletzte Vögel

Wir betreiben aktiven Artenschutz mit der Aufnahme verletzter oder junger aus dem Horst gefallener Greifvögel, Eulen und anderen Vogelarten. In Zusammenarbeit mit einer tierärztlicher Betreuung werden diese wieder gesund gepflegt (soweit das möglich ist) und dann wieder in die freie Natur entlassen.

Was tun beim Auffinden verletzter Vögel?

Wenn ihr euch sicher seid, dass der gefundene Vogel ernsthaft verletzt ist, ist es ratsam keine Zeit zu verlieren. Vögel haben einen hohen Stoffwechsel und überstehen Verletzungen nicht all zu lange. Daher gilt es, schnell zu reagieren.

Um den Vogel einzufangen, kannst Du ihn vorsichtig in eine Ecke treiben und mit einer Decke oder Jacke einfangen. Das ist nicht nur schonend für den Vogel, sondern dient auch deinem eigenen Schutz. Gerade verletzte Vögel sind verängstigt und leicht aggressiv und kratzen oder zwicken den gutmütigen „Retter“.

Zur Untersuchung und zum Transport eignet sich ein luftdurchlässiger Karton mit Küchenrolle oder einem Handtuch ausgelegt. Dunkel ist das A und O. Bitte keine Katzen- oder Hundetransportboxen und keine Vogelbauer verwenden (falls nichts anderes zur Hand sein sollte bitte mit einer Decke oder ähnlichen zudecken. Es sind Wildtiere! Alles, was sie sehen oder hören kann sie beängstigen und Stress auslösen was den Heilungsprozess nicht gerade begünstigt. Dieser Aushilfskäfig schützt den verletzten Vogel vor Kälte, Zugluft und unserer für den Wildvogel beängstigten Gesellschaft.

Hast Du den Vogel erfolgreich eingefangen bringst du ihn unverzüglich zu jemanden, der sich mit Wildvögeln auskennt. Zum Beispiel zu uns. Wir leiten weitere Schritte ein und wissen sehr genau was als Nächstes zu tun ist. Im Notfall erreichst Du uns unter: 0151 555 60 376

Wenn Du Fragen zu unseren Findlingen hast oder sonstige Wünsche, nutze gerne unser Kontaktformular. Wir werden uns umgehend mit Dir in Verbindung setzen. Oder rufe uns einfach an!

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"Finni" ein finnischer Turmfalke

Tierarzt behandelt Turmfalke "Finni"

Am 13.11.2014 wurde uns ein Turmfalke mit einem gebrochenen Flügel gebracht. Aufgefallen ist uns gleich der Ring um seinen Fuß. Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest, dass es sich um einen finnischen Turmfalken handeln musste. Er wurde vom Naturkundemuseum Helsinki beringt. Wir haben nicht schlecht gestaunt, was der kleine zierliche Greifvogel für einen Weg hinter sich hatte.

Um so schlimmer war für uns die Diagnose durch den Tierarzt. Das Röntgenbild zeigte eindeutig einen Fremdkörper im Flügel. "Finni" kam nicht an einer OP vorbei. In mühevoller Teamarbeit entfernte Dr. Feest in der zweistündigen OP den Fremdkörper und flickte die sehr zertrümmerten Knochen wieder zusammen.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Fremdkörper um ein Projektil eines Luftgewehres handelte.

"Finni" ist also von Helsinki bis nach Thüringen geflogen und wurde abgeschossen. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass der Abschuss aller Greifvögel strengstens verboten ist! Wir konnten das wirklich nicht glauben. Bis die Nägel wieder entfernt werden lebt "Finni" weiter bei uns und kann dann hoffentlich Ende Februar Anfang März wieder in die Natur entlassen werden.

Wir werden berichten, wie die Geschichte vom finnischen Turmfalken ausgeht.

Sperber

Dieser Sperber wurde uns am 30.10.2014 gebracht. Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass sich der flinke Kerl den Flügel gebrochen hatte. Am Anfang stand es sehr schlecht um ihn, weil er extrem geschwächt war. 

Erst vermuteten wir er schafft es nicht mehr aber nach zwei Tagen stand er wieder auf seinen Beinen. Jetzt hieß es nur noch warten, bis er wieder flugfähig ist. Am 22.11.2014 konnten wir ihn erfolgreich auswildern.

Wald
Sperber im Wald

Mäusebussard

Mäusebussard auf Ast sitzend

Dieser Mäusebussard wurde uns von der Tierrettung Gotha am 31.10. 2014 gebracht. Er konnte nicht mehr auf seinen Beinen stehen und fiel immer zur Seite. Zusammen mit der Tierärztin stellten wir fest, dass es sich eventuell um ein Trauma durch einen schweren Aufprall handeln könnte.

Für den ansonsten noch sehr agilen Bussard gab es jetzt nur eine Lösung. Dunkelheit und Ruhe. 

Er hatte sehr großen Appetit und nach ein paar Tagen begannen wir so eine Art Lauftraining. Er bekam das Futter nicht mehr vorgesetzt, sondern musste sich sein Futter - was etwas entfernt von ihm lag - selbst holen. Man konnte zusehen, wie es von Mal zu Mal besser wurde.

Nach einigen Wochen stand er wieder auf seinen Fängen und konnte am 22.11.2014 erfolgreich ausgewildert werden.

Waldohreule

Diese beiden Süßen -"Gustav" und "Olchen"- wurden mutterseelenallein auf dem Rennsteig gefunden. Wahrscheinlich hätten die beiden Knäule nur mit viel Glück überlebt, da sie erst wenige Tage alt waren, als man sie fand.

Mittlerweile sind sie schon drei Wochen bei uns. Sie entwickeln sich prächtig und erfreuen sich bester Gesundheit. 

Mit ihrer noch tollpatschigen Art haben sie unser aller Herz im Sturm erobert. Es ist wunderbar ihr Aufwachsen und die ersten Flugversuche beobachten zu dürfen. Nachdem die beiden Eulen ausgewachsen und flugfähig sind, werden wir sie wieder Mutter Natur überlassen und das wird uns nur sehr schwerfallen. Bis dahin werden allerdings noch ein paar Wochen vergehen in denen wir zusammen jeden Tag genießen bis zum Tag des Abschiedes.

zwei Waldohreulen auf altem modrigem Ast

Junger Mauersegler

Junger Mauersegler in der Hand vom Falkner

Bei Mauerseglern kommt es häufig vor, dass Jungtiere von ihren Artgenossen aus dem Nest gedrängt werden und noch nicht flugfähig sind. Diese Tiere haben dann kaum eine Chance zu überleben. 

Sie werden dann von uns noch einige Zeit in Obhut gefüttert bis sie flugfähig sind. Sie verabschieden sich dann hoch in die Lüfte mit einem großen DANKESCHÖN.

Waldkauz

Wurde auf einer Autobahn verletzt aufgefunden . Durch den Aufprall auf ein Auto erlitt das Tier ein Trauma. Nach gezielter Ruhestellung und Pflege konnte dieses Käuzchen ebenfalls wieder zu seinen Artgenossen entlassen werden.

Waldkauz

Waldohreule

Waldohreule

Adult Waldohreule wurde von Spaziergängern gefunden. Rechter Flügel war gebrochen. Durch eine gezielte tierärztliche Behandlung konnte auch diese wunderschöne Waldohreule wieder in die freie Natur entlassen werden.

Fünf junge Turmfalken

Fünf junge Turmfalken

Bei Abriss einer Fabrik wurden fünf Turmfalken, erst zwei Wochen alt, gerettet. Wir haben uns ihrer angenommen und sie groß gezogen und dann mit Erfolg in die freie Natur entlassen.

Flieg Finni flieg …

Wir das Falkner Team hatten den Pflegling Finni, so haben wir ihn genannt, seit dem 13.11.2014 in unserer Obhut.

Finni ist ein Turmfalken Terzel (Männchen) aus Finnland der am 20.06.2014 vom finnischen Museum of Natural History beringt wurde. Er wollte die Welt erkunden und so zog es den jungen Greifvogel nach Deutschland. Insgesamt war er 148 Tage unterwegs und hatte ca. 1615 km vom Beringungsort zurückgelegt, bis seine Reise im thüringischen Gumpelstadt jäh endete.

Thomas Kallenbach hatte ihn in seinem Garten unterhalb seines Baumhauses gefunden. Er war durch eine Schussverletzung am linken Flügel flugunfähig geworden und sehr geschwächt.

Ihm muss geholfen werden, dachte sich Herr Kallenbach und brachte Ihn zu uns in die Falknerei am Rennsteig.

In solchen Fällen führt uns der erste Weg immer zu Tierärztin Corinett Gössel aus Ruhla die sich rührend und ehrenamtlich um die medizinische Versorgung solcher Pfleglinge kümmert. Beim Anblick der Röntgenaufnahme erstarrten wir Falkner förmlich denn das, was mit Finni geschah war unglaublich. Dieser kleine Falke wurde mit einem Luftgewehr abgeschossen! Der Diabolo steckte noch im Flügel und war auf dem Röntgenbild eindeutig erkennbar.

Am 14.11.2014 wurde das Geschoss von Dr. Feest aus Eisenach in Teamarbeit bei einer zweistündigen Operation entfernt. Der Diabolo durchschoss den Flügelknochen der während der OP wieder gerichtet und durch Drähte zusammen geflickt wurde. Diese risikoreiche und kostenintensive Operation war die einzige Möglichkeit Finni zu retten. Er musste wieder fliegen können denn er ist ein wilder Vogel und gehört in die Natur zurück. Nun musste Finni erst mal 3 Monate mit einer Drahtfixierung aushalten.

Am 26.03.2015 war es dann so weit, die Drähte konnten wieder entfernt werden.

Zur Nachkontrolle am 10.04.2015, wurden nochmals einige Stäbe gezogen. Ein erneutes Röntgenbild zeigte deutlich, dass der Flügel sehr gut zusammengewachsen war und die Flugfähigkeit wieder hergestellt wurde. Nur ein kleiner Nagel ist als Fixum im Flügel verblieben und Finnis linker Flügel ist nun um 5 mm kürzer was den wilden Falken offensichtlich nicht beeindruckt oder gar beeinträchtigt hat.

Somit war unsere Aufgabe erfüllt und Finni konnte nach einem knappen halben Jahr seine Reise endlich fortsetzen. Da es sich um einen besonderen und dramatischen Fall handelt. Entschlossen wir uns Finnis Geschichte öffentlich zu machen.

Das Kamerateam vom MDR, welche schon die Entfernung der Fixierung begleitet hatten war extra aus Leipzig angereist, um Finnis Flug zurück in die Freiheit zu dokumentieren.

Für die Auswilderung des kleinen Finni mussten noch die Geschühriemen (Lederriemen an den Füßen), die einst zur besseren Handhabung des wilden Vogels dienten, abgelegt werden. Auf einer Wiese mit hohen Fichten direkt hinter der Falknerei wurden alle Vorbereitungen getroffen und aus den Händen von Falknerin Lisa erhob sich der finnische Falke in die Freiheit.

Es war ein bewegender und sehr spannender Moment für uns Falkner. Denn nun beantworteten sich viele Fragen.

Hat sich die Mühe gelohnt, kann Finni jemals wieder richtig fliegen?

Er flog, als sei nie etwas gewesen. In diesem Augenblick entwichen mir vor Freude sogar ein paar Tränchen. Klein Finni verabschiedete sich und flog in die Freiheit der Wildnis. Doch bevor er gänzlich verschwand, landete er und schaute von einer hohen Fichte aus auf uns herab, als wollte er sich voller Dankbarkeit verabschieden. Wir als Falkner können ihm nun nur noch viel Glück auf seinem Weg durch die erbarmungslose Mutter Natur wünschen. Wir hoffen sehr, dass ihm nie wieder so ein Unglück durch die Menschen wiederfährt.

...und wer weiß vielleicht fliegt er wieder zurück in seine Heimat Finnland!!!

So wie Finni geht es heute vielen Greifvögeln und Eulen in Deutschland. Die Meisten werden einen solchen Abschuss nicht überleben. An dieser Stelle wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Abschuss aller Greifvögel strengstens illegal ist da diese mittlerweile unter Schutz stehen. Das war nicht immer so in Deutschland. Es gab Zeiten, da war es erlaubt, ja sogar erwünscht die angeblichen Nahrungskonkurrenten abzuschießen. Dies führte zur extremen Dezimierung vieler Greifvogel- und Eulenarten bis hin zur Ausrottung des Steinadlers in den Mittelgebirgen.

Also zögern sie nicht ein solches Vergehen an der Natur zur Anzeige zu bringen.

Man sollte wissen, dass ein Greifvogel wie jedes Tier und jede Pflanze Teil des Naturhaushaltes ist und wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Niemals wird ein Greifvogel in der Lage sein seine Beutetiere auszurotten. Es gibt allerdings ein Tier auf dieser Welt, was das schon geschafft hat und auch weiterhin tut! Schau in den Spiegel, dann weißt du welches Tier gemeint ist!

Hertha Schubach

Finni wird in die Freiheit entlassen

Artenschutz

Könige der Lüfte.

Greifvögel sind mit 290 Arten auf der ganzen Welt verbreitet. Der größte unter ihnen ist der Kondor mit einer Flügelspannweite von 3,50 m. Der kleinste unter den Greifvögeln ist der Zwergrotschenkelfalke, er hat die Größe eines Singvogels (Sperling).Die weit überwiegende Zahl der Arten (ca.220) lebt in den tropischen Savannen und Regenwäldern, während z. B. in der arktischen Tundra nur vier Arten brüten. In Europa kommen 38 Arten als Brutvögel vor. Die Greifvögel haben den Menschen von jeher fasziniert, vor allem durch den besonders eindrucksvollen Anblick, den sie im Fluge bieten.

Als „Herrscher der Lüfte“ wurde der Adler zu Symbol der Macht auf Wappen und Hoheitszeichen. Über die Jagd mit Falken hat der Hohenstaufer Kaiser Friedrich der II. sein berühmtes Buch „De arte venandicum avibus“ („Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen“) geschrieben. An vielen Fürstenhöfen spielte die Beizjagd vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein eine bedeutende Rolle als gesellschaftliches und sportliches Vergnügen, weniger wegen der Beute. Falken dienten als Geschenke auch diplomatischen Beziehungen. Damals wirkte es sich als Schutz für die Greifvögel aus, dass sich die Herrschenden den Zugriff auf diese Tiere selbst vorbehielten.

Mit der Entwicklung der Schusswaffen, die eine einfachere Bejagung des Niederwildes ermöglicht und dessen Verminderung bewirkt hat, bahnte sich jedoch im 18. und 19. Jahrhundert eine verhängnisvolle Entwicklung an: Greifvögel wurden als Konkurrenten betrachtet und als „Raubvögel“ mit allen Mitteln bekämpft, abgeschossen oder in Fallen gefangen. Dabei bildete die Zahlung von Prämien für die abgelieferten Fänge einen erheblichen Anreiz.

Dieser Vernichtungskrieg gegen Greifvögel hat dazu geführt, dass Brutvorkommen von Adlerarten Mitte bis Ende des vorigen Jahrhunderts in großen Teilen Mitteleuropas völlig erloschen sind. Aber auch alle anderen Greifvogelarten wurden sehr stark dezimiert. Noch in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden -allein in der BRD- alljährlich Tausende von Greifvögeln erlegt, da einige Arten (Habicht, Sperber, Mäusebussard, Rauhfußbussard, Rohrweihe und Fischadler) noch regulär bejagt werden durften.

Im gleichen Zeitraum sind durch den stark angestiegenen Einsatz von hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln und anderen Umweltgiften einige Greifvogelarten, die als Endglieder der Nahrungskette hiervon besonders betroffen waren, an den Rand des Aussterbens gebracht, vor allem der Wanderfalke, der Sperber und der Seeadler.

Erst im Laufe der 70er Jahre kam die ganzjährige Schonzeit für Greifvögel. Man hat erkannt, dass diese Tiere eine wichtige Rolle innerhalb der Lebensgemeinschaften spielen, indem sie im Sinne der natürlichen Auslese wirken.

Inzwischen gibt es sowohl auf regionaler Ebene viele Arbeitsgruppen, die sich intensiv um die Erforschung und den Schutz von Greifvögeln bemühen.

Auch in der heutigen Falknerei ist neben der Jagd mit dem Falken vor allem der Artenschutz und die Zucht seltener und vom Aussterben bedrohten Greifvögel von großer Bedeutung und wohl wichtigste Aufgabe.

Infolge der jagdlichen Schonung und des Verbots der Anwendung bestimmter Biozide sowie dank der aktiven Schutzbemühungen für stark gefährdete Greifvögel konnten sich die Bestände der noch immer gefährdeten Arten wieder erholen. Aber es sind weitere Anstrengungen nötig, um auch die Bestände der noch immer gefährdeten Arten zu erhalten. Dazu ist vor allem die großflächige Sicherung der Lebensräume erforderlich sowie nicht nachlassender Wachsamkeit gegenüber Schädigungen durch Umweltgiften.

Im Rüttelflug zum Vogel des Jahres 2007

Der Turmfalke - eleganter Jäger in Feld und Flur.

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den Turmfalken zum "Vogel des Jahres 2007" gekürt. Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist mit seinen rund 35 Zentimetern Körpergröße und 75 Zentimetern Flügelspannweite ein kleiner Verwandter des ersten Jahresvogels überhaupt, dem 1971 gewählten Wanderfalken. Im Gegensatz zum damals vom Aussterben bedrohten Wanderfalken ist der Turmfalke kein ganz seltener Vogel. Dennoch gehen die Bestandszahlen langsam, aber stetig zurück.

Auch wenn er nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht und die Bestände in manchen Regionen stabil geblieben sind, hat die Zahl der Turmfalken in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen. „In Baden-Württemberg ist die Zahl der Brutpaare um mehr als die Hälfte zurückgegangen und in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben sich die Bestände um mehr als 20 Prozent reduziert“.

Freie Flächen an den Stadt- und Dorfrändern würden durch Straßen und Neubauten versiegelt, Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden bei Sanierungen häufig verschlossen und Kirchtürme oftmals von außen unzugänglich gemacht. Dem Turmfalken fehle es zunehmend an Nistplätzen und Nahrungsangebot. Denn auch die offenen Landschaften – sein bevorzugtes Jagdrevier – würden immer eintöniger. Es fehlen zunehmend Hecken, einzelne Bäume und Pfähle, die der Vogel als Ansitz für die Jagd nutzt.

Der Turmfalke steht auch für den Greifvogelschutz. Greifvögel sind zunehmend durch den Einsatz von Pflanzen- und Insektenschutzmitteln in der Landwirtschaft bedroht. Als Endglieder in der Nahrungskette würden sie durch ihre Beute, die sich vom Feld ernährt, regelrecht vergiftet. Eine naturverträgliche Landwirtschaft mit breiten Acker- und Wegrändern, die ohne Insektizide und Pestizide auskommt, seien wichtige Schutzmaßnahmen für den Turmfalken und andere Greifvögel. Eines der wichtigsten Kennzeichen des Turmfalken ist der Rüttelflug. Dabei späht er mit heftigen Flügelschlägen und breit gefächertem Schwanz in der Luft stehend nach Mäusen, Eidechsen und Insekten, die er im schnellen Stoßflug geschickt erbeutet. In Deutschland leben knapp 50.000 Turmfalken-Paare. Europaweit gibt es etwa 350.000 Brutpaare. Der Turmfalke ist damit die häufigste Falkenart in Europa.